
Wie kann ich mit meiner Trauer leben?
Trauer ist ein Lebensgefühl. Sie begleitet den Menschen von der Geburt bis zum Tod. Sie ist eine natürliche menschliche Reaktion auf Verlust. Menschen trauern in vielen Situationen: beim Verlust der Arbeit, der Gesundheit oder der Selbstständigkeit, bei Trennung vom Lebenspartner, wenn ein Kind auszieht oder bei einem Ortswechsel.
Doch der Tod eines nahestehenden Menschen ist zweifelloseine der tiefgreifendsten und existenziellsten Verlusterfahrungen. Die Reaktionen darauf können sehr unterschiedlich sein. Trauer hat viele Gesichter und kann eine Vielzahl von Gefühlen auslösen. Sie betrifft den ganzen Menschen: sein Fühlen, Denken und Handeln.
Unzählige Fragen tauchen auf und bringen neue Fragen mit sich. Das Unverständnis über die eigenen Reaktionen begleitet den Trauerprozess. Gefühle und Gedanken lassen sich nicht einordnen. Nichts ist mehr wie zuvor.
Trauer ist ein Prozess, der uns hilft, den Verlust zu begreifen und diesem Erlebnis einen Platz in unserem Inneren zu geben. Viele scheinbare Gegensätze müssen dabei zusammengeführt werden: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Erinnerungen und Neubeginn, Verstand und Gefühl sowie Leben und Tod.
Trauerprozesse ermöglichen es, ein „und“ zwischen diese Begriffe zu setzen und sich vom „entweder oder“ zu lösen. Es gibt kein „richtiges“ Timing für die Trauer. Jeder Mensch geht seinen eigenen Weg.
In unserer modernen, schnelllebigen Gesellschaft, dieVergangenes rasch hinter sich lässt, ist es nicht leicht, der Trauer Zeit und Raum zu geben. Dabei ist bekannt: Nicht gelebte Trauer sucht sich andere Wege.
Der Trauer eine Heimat zu geben und sich dem Trauerprozesszu öffnen, kann neue Lebensperspektiven eröffnen.
Interview mit Chris Paul

Als PDF herunterladen Trauerbegleitflyer
Wenn Kinder trauern
Begleitung der Kinder in ihrer Trauer

Abschiede, Sterben, Tod und Trauer gehören zur kindlichen Lebenswirklichkeit.
Tritt der Tod ins Leben, macht er oft sprachlos.
Die Arbeitsgruppe "Kinder und Trauer" hat eine Broschüre zum Thema „Wenn Kinder trauern …“ entwickelt, die sich an alle Erwachsenen richtet, die mehr über dieses Thema wissen möchten.Sie kann für das Lehrpersonal, wie für Eltern ein Wegweiser sein, der einen Ansatz an Theorie und Praxisbeispielen bietet. Sie enthält Buchreferenzen und Adressen der Einrichtungen, innerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die Ihnen weiterhelfen können.
"Wenn Kinder trauen" herunterladen
Wenn Jugendliche trauern
Ein Handbuch für Erwachsene, die Jugendliche begleiten

Der Palliativpflegeverband bietet für die Bevölkerung aller Altersstufen Sensibilisierung,
Bewusstseinsbildung und Information zu den Themen „Sterben, Tod und Trauer“ an.
Die Arbeitsgruppe „Jugend und Trauer“, die aus Vertretern verschiedener Einrichtungen besteht, die sich um die psycho-soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen bemühen wie Kaleido Ostbelgien, das BTZ, Psychologen der Krankenhäuser möchten die Erwachsenen, wie Lehrer, Erzieher im Schulwesen und Animatoren in Jugendeinrichtungen oder Jugendorganisationen unterstützen, ihren Dialog mit Jugendlichen und der Jugendlichen unter sich zu fördern.
Die vorliegende Broschüre beinhaltet theoretische Ansätze zur Trauer und Jugendpsychologie. Sie bezieht auch praxisorientierte Anregungen ein um ins Gespräch über diese schweren Themen zu kommen, Anleitungsvorschläge wie in akuten Situationen reagieren und Angebote an didaktischem Material.
"Wenn Jugendliche trauen" herunterladen
- Trauer in Zeiten von Corona
„Trauer in außergewöhnlichen Zeiten braucht Unterstützung und Hinweise“
Der föderale öffentliche Dienst für Volksgesundheit hat eine Broschüre aufgesetzt mit Tipps und Vorschlägen zum Thema Umgang mit dem Tod in der Pandemie, welche Ihnen in Ihrer Trauer helfen kann.
Wie ein großartiges Album voller bunten Bilder, die wir durchblättern, wenn das Herz es braucht und es uns ermöglicht zu verstehen, dass wir uns nicht an Tage erinnern, sondern an gelebte Momente.
Erinnerung
Beim Aufgang der Sonne
und bei ihrem Untergang
erinnern wir uns an sie
Beim Wehen des Windes
und in der Kälte des Winters
erinnern wir uns an sie
Beim Öffnen der Knospen
und in der Wärme des Sommers
erinnern wir uns an sie
Beim Rauschen der Blätter
und in der Schönheit des Herbstes
erinnern wir uns an sie
Zu Beginn des Jahres
und wenn es zu Ende geht,
erinnern wir uns an sie
Wenn wir müde sind
und Kraft brauchen,
erinnern wir uns an sie
Wenn wir verloren sind
und krank in unserem Herzen,
erinnern wir uns an sie
Wenn wir Freuden erleben,
die wir so gern teilen würden,
erinnern wir uns an sie
Solange wir leben
werden sie auch leben,
denn sie sind nun ein Teil von uns,
wenn wir uns an sie erinnern
Auszug aus „Tore des Gebets“
aus dem jüdischen reformierten Gebetsbuch
Stille Nacht, traurige Nacht?

Wenn die Tage dunkler und gefühlt kürzer werden, die Kälte uns umgibt und es auf Weihnachten zugeht, beginnt gerade für Trauernde eine noch emotionalere und oft deutlich schwerere Zeit.
Diese herausfordernde Zeit kann zur Achterbahnfahrt der Gefühle werden und dennoch ist auch diese Zeit wieder ein Weg im Trauerprozess. Alles darf sein, nichts muss. Jeden Tag neu schauen, kleine Schritte gehen, nicht zu viel von sich wollen oder erwarten.
Ruthmarijke Smeding ist Fachfrau für Trauerbewältigung. Sie sagt, dass es für Trauernde wichtig ist, neue Rituale für Weihnachten zu finden und das Fest so gut wie möglich, mit ihren Anwesenden und ihren «anwesenden Abwesenden» zu begehen.

Ein Interviewauszug:
Wir befinden uns kurz vor Weihnachten. Wie erlebt ein Mensch, der kürzlich eine geliebte Person verloren hat, die vorweihnächtliche Zeit?
Ruthmarijke Smeding: Seine Trauer wird oftmals verstärkt. Denn in unseren westlichen, christlich orientierten Kreisen ist Weihnachten das Fest des Jahres. Es gaukelt vor, dass wir es schön haben, Menschen reisen an, um zusammen zu sein. Da wird besser gekocht, da ist viel los. Die Adventszeit ist ja der Countdown für Weihnachten, es wird also immer ein bisschen mehr, es wird eine Kerze mehr angezündet, es steuert alles auf dieses Hoch zu. Viele, die jemanden verloren haben, kriegen Angst: Wie kann ich Weihnachten ohne ihn oder sie erleben? In der europäischen Kultur ist Weihnachten stark familienorientiert. Wichtig ist der innere Kreis. Für die Trauernden hat der innere Kreis ein Loch. Diese Person ist nicht weg, sondern anwesend abwesend, und anfänglich haben viele Trauernde noch keine Ahnung, wie sie trotzdem gut weiterleben können.
Mehr zu dem Interview können Sie lesen unter
www.palliaviva.ch unter "BLOG" und „Trotz Trauer das Fest begehen“ vom 14.12.18 oder
Palliativpflegeverband Ostbelgien VoG
Kaperberg 2 - 4700 Eupen (Belgien) | Tel: +32 87 56 97 47 | Mobil: +32 477 60 78 05 | Email: ppv.ostbelgien@palliativ.be






